- Was ist Hibiskus sabdariffa?
- Bissap: das traditionelle Rezept
- Hibiskustee im Alltag
- Hibiskuswasser: der Kaltauszug
- Hibiskus in der Küche
- Hibiskus in der Kosmetik
- Wo bekommt man Hibiskus?
- FAQ — Häufige Fragen
Hibiskus ist eine tiefrote Blüte mit klarer Säure und fruchtigem Duft. In Westafrika wird sie seit Jahrhunderten unter dem Namen Bissap getrunken und ergibt ein erfrischendes Getränk, heiss wie eisgekühlt. Auch in der Küche und in der Kosmetik findet sie Verwendung. So bereiten Sie sie zu.
Was ist Hibiskus sabdariffa?
Der für Getränke verwendete Hibiskus ist Hibiscus sabdariffa, auch Roselle oder Karkade genannt. Er gehört zur Familie der Malvengewächse und stammt aus den tropischen Regionen Afrikas — hauptsächlich aus Westafrika, aus Senegal, Benin und Togo.
Verwendet werden nicht die Blütenblätter, sondern die Kelche: die fleischigen Hüllen, die die Frucht umgeben. Sie werden geerntet und getrocknet und nehmen dabei eine dunkelrote Farbe an.
Aufgegossen geben sie ein intensives Rot und eine ausgeprägte Säure ab, die an Cranberry oder Johannisbeere erinnert. Diese natürliche Säure macht den Charakter des Getränks aus.
Nicht zu verwechseln mit dem Ziergarten-Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis), der nicht zum Verzehr bestimmt ist.
Bissap: das traditionelle Rezept
Bissap ist das Nationalgetränk in Senegal, Mali und Guinea. Es wird traditionell gut gekühlt serviert, zum Abschluss einer Mahlzeit oder bei besonderen Anlässen.
Für 1 Liter:
- 1 Liter Wasser aufkochen
- Vom Herd nehmen und 20 bis 30 g getrocknete Hibiskuskelche zugeben — rund 4 Esslöffel
- 15 bis 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen
- Abseihen
- Noch heiss nach Geschmack süssen — traditionelles Bissap ist recht süss, die Säure der Blüte trägt das gut
- Abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen
Varianten: eine aufgeschlitzte Vanilleschote, einige frische Minzblätter, eine Zimtstange oder eine Scheibe frischer Ingwer im Aufguss. Im Senegal sind Vanille und Minze die häufigsten.
Sehr kalt servieren, mit Eiswürfeln. Bissap hält sich 3 bis 4 Tage im Kühlschrank.
Hibiskustee im Alltag
Heiss und ungesüsst ergibt Hibiskus einen lebhaften, erfrischenden Aufguss ohne Koffein, der sich zu jeder Tageszeit trinken lässt.
Dosierung: 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Kelche pro Tasse, siedendes Wasser, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Je länger der Aufguss zieht, desto stärker tritt die Säure hervor — beginnen Sie kurz und passen Sie an.
Hibiskus harmoniert gut mit anderen Pflanzen: Hagebutte, Minze, Eisenkraut, Ingwer. Fertige Mischungen finden Sie in unserer Kategorie Bio-Tees und Kräutertees, etwa den Tee mit Hibiskus, Engelwurz und Ingwer von Yogi Tea.
Ein Hinweis: Hibiskus ist säurehaltig und färbt kräftig. Spülen Sie helle Gefässe rasch aus und meiden Sie Teekannen aus porösem Material.
Hibiskuswasser: der Kaltauszug
Die einfachste Variante, mit einem milderen und weniger säuerlichen Ergebnis als beim heissen Aufguss.
Rund 15 g getrocknete Hibiskuskelche in eine Karaffe mit 1 Liter kaltem Wasser geben. Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen, dann abseihen. Über den Tag verteilt trinken, bei Bedarf mit Eiswürfeln.
Hibiskus in der Küche
Über das Getränk hinaus lassen sich die getrockneten Kelche in der Küche einsetzen:
- Als Sirup — ein stark konzentrierter Aufguss mit Zucker eingekocht, mit Mineralwasser aufgegossen oder über Vanilleglace geträufelt
- Als Gelee oder Konfitüre — die natürliche Säure unterstützt das Gelieren, ohne Zitronensaft
- Eingeweicht — in etwas warmem Wasser aufgequollene Kelche passen in Fruchtsalat oder Kompott
- Als Pulver — einige gemahlene Kelche färben und säuern eine Glasur, ein Meringue oder einen Joghurt
Hibiskus in der Kosmetik
Hibiskusextrakt ist in der Naturkosmetik weit verbreitet, wegen seiner Fruchtsäuren und seiner Farbe. Man findet ihn in Gesichtspflege, Shampoos und Badeprodukten.
- Straffende Tagespflege Hibiskus und Ceramide und die passende Nachtpflege von Lavera
- Augen- und Lippenkonturcreme derselben Linie
- Körpermilch Hibiskus und Bakuchiol
- Glanz-Shampoo Hibiskus und Goji-Beeren
- Festes Shampoo Rose und Hibiskus von Natur'Mel, in der Zero-Waste-Variante
- Festes Duschgel Hibiskusblüte
Wo bekommt man Hibiskus?
Getrocknete Kelche gibt es in Bioläden, in afrikanischen Lebensmittelgeschäften und in Drogerien mit Kräutersortiment. Achten Sie auf ganze Kelche in kräftigem Dunkelrot, ohne Bruchstücke und Staub: zerbrochene Kelche geben einen trüben Aufguss.
Bewahren Sie sie in einem luftdichten Glas lichtgeschützt auf. So halten sie ein bis zwei Jahre, ohne an Farbe zu verlieren.
Unsere Auswahl finden Sie in den Kategorien Bio-Tees und Kräutertees und Getränke.
FAQ — Häufige Fragen zu Hibiskus
Wie schmeckt Hibiskus?
Säuerlich und fruchtig, ähnlich Cranberry oder Johannisbeere, mit langem Abgang. Der Aufguss ist von Natur aus säurehaltig: gesüsst wird er sehr erfrischend, pur ist er lebhafter.
Wie bereitet man Bissap zu?
20 bis 30 g getrocknete Kelche auf 1 Liter kochendes Wasser, vom Herd genommen, 15 bis 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen, heiss süssen, abkühlen lassen und kalt stellen. Eine Vanilleschote oder einige Minzblätter passen gut dazu.
Enthält Hibiskus Koffein?
Nein, überhaupt nicht. Hibiskustee lässt sich zu jeder Tageszeit trinken, auch am Abend.
Sind Bissap und Karkade dasselbe?
Ja, es sind zwei Namen für dasselbe Getränk: Bissap in Westafrika, Karkade in Ägypten und im Sudan. Die Zubereitung unterscheidet sich leicht — Karkade wird häufiger heiss getrunken.
Wie lange hält Bissap?
3 bis 4 Tage im Kühlschrank, in einer verschlossenen Flasche. Die getrockneten Kelche halten in einem luftdichten Glas lichtgeschützt ein bis zwei Jahre.
Kann man die Kelche ein zweites Mal aufgiessen?
Ein zweiter Aufguss ist möglich, fällt aber deutlich blasser aus. Besser verwenden Sie die Kelche anders weiter: eingeweicht passen sie in Kompott oder Fruchtsalat.





