- Was ist Rizinusöl?
- Was Rizinusöl den Haaren bringt
- Anwendung: Verdünnen ist entscheidend
- Drei Rezepte für Haarmasken
- Rizinusöl für Wimpern und Augenbrauen
- Anwendungshinweise
- Welches Rizinusöl wählen?
- FAQ — Häufige Fragen
Rizinusöl ist eines der meistverwendeten Pflanzenöle in der Haarpflege. Dickflüssig, reichhaltig und stark deckend, umhüllt es die Haarfaser und gibt feinem oder strapaziertem Haar mehr Substanz. Man muss es allerdings richtig anwenden: pur ist es schwer auszuspülen und kann das Haar beschweren. Dieser Ratgeber erklärt, wie man es verdünnt, aufträgt, wie lange es einwirken soll und wie oft.
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Was ist Rizinusöl ?
Rizinusöl wird aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) gewonnen, für kosmetische Qualitäten durch Kaltpressung. Seine Zusammensetzung ist ungewöhnlich: es enthält bis zu 90 % Ricinolsäure, eine Fettsäure, die in praktisch keinem anderen Pflanzenöl vorkommt.
Das erklärt seine besondere Textur — sehr dickflüssig, fast sirupartig, deutlich zähflüssiger als Mandel- oder Jojobaöl. Diese Viskosität begründet sowohl seinen Nutzen in der Haarpflege als auch die Notwendigkeit, es zu verdünnen.
Was Rizinusöl den Haaren bringt
Es umhüllt die Haarfaser. Rizinusöl bildet einen Film auf der Haarlänge, der die Schuppenschicht glättet, Frizz reduziert und für mehr Glanz sorgt. Ein kosmetischer Oberflächeneffekt, sofort sichtbar und real.
Es gibt Substanz. Bei feinem Haar, als Pre-Shampoo-Pflege aufgetragen, verleiht es Fülle und erleichtert das Styling. Eine der geschätztesten Anwendungen.
Es reduziert mechanischen Haarbruch. Indem es die Faser geschmeidiger macht, verringert es Brüche beim Entwirren und Bürsten — ein klarer Gewinn bei strapazierten Längen und trockenen Spitzen.
Es pflegt trockene Spitzen. Einige Tropfen nur auf die Spitzen, auf trockenem Haar, machen sie dauerhaft geschmeidiger.
Ein Wort zum Haarwachstum: Rizinusöl wird traditionell damit in Verbindung gebracht, doch dieser Effekt ist wissenschaftlich nicht belegt. Was man beobachtet, ist real, aber anders — besser gepflegtes Haar bricht weniger und gewinnt dadurch an sichtbarer Länge. Bei starkem oder plötzlichem Haarausfall wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine dermatologische Praxis: die Ursachen liegen oft innen und verdienen eine Abklärung.
Anwendung: Verdünnen ist entscheidend
Das ist der Punkt, den die meisten Ratgeber auslassen. Pures Rizinusöl ist sehr schwer auszuspülen: allein aufgetragen braucht es zwei bis drei Haarwäschen und hinterlässt das Haar oft schwer.
Die Regel: verdünnen Sie es in einem flüssigeren Öl, ein Teil Rizinus auf zwei bis drei Teile Jojobaöl, Süssmandelöl oder Kokosöl. Die Mischung bleibt wirksam und lässt sich mühelos ausspülen.
Anleitung:
- Tragen Sie die Mischung auf trockenes Haar auf, vor der Haarwäsche — nie auf nasses Haar, das Öl würde nicht einziehen.
- Massieren Sie die Kopfhaut einige Minuten, verteilen Sie dann auf die Längen, besonders auf die Spitzen.
- Wickeln Sie ein Handtuch oder eine Duschhaube darum.
- Lassen Sie 30 Minuten bis 2 Stunden einwirken. Eine ganze Nacht ist möglich, aber selten wirksamer.
- Waschen Sie mit einem milden Shampoo aus, bei Bedarf zweimal. Schäumen Sie das Shampoo auf noch trockenem Haar auf, bevor Sie Wasser dazugeben: das Ausspülen gelingt deutlich leichter.
Häufigkeit: einmal pro Woche genügt vollauf. Häufiger beschwert die Ansammlung das Haar und kann die Kopfhaut belasten.
Drei Rezepte für Haarmasken
Kräftigende Pre-Shampoo-Maske — 1 Esslöffel Rizinusöl und 2 Esslöffel Jojobaöl. Auf trockenem Haar, 1 Stunde einwirken lassen, dann Haarwäsche. Einmal pro Woche.
Pflege für trockene Spitzen — einige Tropfen pures Rizinusöl, nur auf die letzten 5 Zentimeter, auf trockenem Haar, am Vorabend der Haarwäsche. Nicht auf die Längen hochziehen.
Intensives Ölbad — 1 Esslöffel Rizinusöl, 2 Esslöffel Süssmandelöl und 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl. 2 Stunden einwirken lassen. Prüfen Sie die Hautverträglichkeit des ätherischen Öls und machen Sie vorher einen Test.
Für feines Haar oder eine schnell fettende Kopfhaut ist ein bereits formuliertes Haaröl oder Haarserum oft besser geeignet als ein Ölbad.
Rizinusöl für Wimpern und Augenbrauen
Eine der verbreitetsten Anwendungen: mit einem sauberen Bürstchen auf Wimpern oder Augenbrauen aufgetragen, macht Rizinusöl sie geschmeidiger und lässt sie voller wirken. Auch hier ist der belegte Effekt kosmetisch, nicht stimulierend.
Wichtiger Hinweis: sparsam auftragen, nur auf die Wimpern und nie am Lidrand. Bei Augenkontakt gründlich ausspülen. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, nehmen Sie diese vorher heraus. Bei anhaltender Reizung eine augenärztliche Praxis aufsuchen.
Rizinusöl wird auch für Nägel und Nagelhaut verwendet — das Nagel- und Nagelhautöl mit Rizinus und Aprikose ist dafür formuliert.
Anwendungshinweise
- Verträglichkeitstest 24 Stunden vor der ersten Anwendung, in der Armbeuge.
- Nicht auf verletzter oder gereizter Kopfhaut anwenden.
- Bei anhaltendem Juckreiz, Rötungen oder Schuppen nicht selbst behandeln: suchen Sie eine dermatologische Praxis auf. Eine schuppende Kopfhaut kann verschiedene Ursachen haben, die abgeklärt gehören.
- Anwendungen zeitlich auseinanderziehen: höchstens einmal pro Woche. Angesammeltes Öl kann die Follikel verstopfen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: die äusserliche kosmetische Anwendung ist unbedenklich, fragen Sie im Zweifel Ihre Apotheke.
- Niemals einnehmen. Kosmetisches Rizinusöl ist nicht für den innerlichen Gebrauch bestimmt. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Haltbarkeit: lichtgeschützt und kühl gelagert rund ein Jahr nach dem Öffnen.
Welches Rizinusöl wählen?
Achten Sie auf ein natives, kaltgepresstes Öl ohne Zusätze, idealerweise biozertifiziert. Die Kaltpressung erhält die Fettsäurezusammensetzung; heiss raffinierte Öle sind kosmetisch weniger interessant.
- Bio-Rizinusöl 50 ml — Potion & Co: zum Ausprobieren oder für Wimpern und Augenbrauen.
- Bio-Rizinusöl 100 ml — Centifolia: das gängige Format für Haarmasken.
- Bio-Rizinusöl 200 ml — Centifolia: regelmässige Anwendung, langes Haar.
- Bio-Rizinusöl 75 ml — Farfalla und 50 ml Melvita: weitere zertifizierte Marken.
Das ganze Sortiment finden Sie unter reine Bio-Pflanzenöle, und ergänzend unsere natürliche Haarpflege.
FAQ — Häufige Fragen
Lässt Rizinusöl die Haare wirklich wachsen?
Dieser Effekt ist wissenschaftlich nicht belegt. Was man beobachtet, ist anders, aber real: besser gepflegtes und geschmeidigeres Haar bricht weniger und gewinnt dadurch an sichtbarer Länge. Bei starkem oder plötzlichem Haarausfall wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt statt auf ein Kosmetikprodukt zu setzen.
Muss man Rizinusöl verdünnen?
Ja, in den meisten Fällen. Pur ist es sehr dickflüssig und schwer auszuspülen. Rechnen Sie mit einem Teil Rizinus auf zwei bis drei Teile Jojobaöl, Süssmandelöl oder Kokosöl. Pur bleibt es nur für die Spitzen sinnvoll, in kleiner Menge.
Wie lange soll Rizinusöl einwirken?
30 Minuten bis 2 Stunden genügen. Eine Anwendung über Nacht ist möglich, bringt aber keinen nennenswerten Zusatznutzen. Immer auf trockenem Haar auftragen, vor der Haarwäsche.
Wie oft Rizinusöl im Haar anwenden?
Höchstens einmal pro Woche. Häufiger sammelt sich das Öl an, beschwert das Haar und kann die Follikel der Kopfhaut verstopfen.
Wie bekommt man Rizinusöl gut aus den Haaren?
Schäumen Sie das Shampoo auf noch trockenem Haar auf, bevor Sie Wasser dazugeben: das Öl emulgiert dann viel besser. Nach einem Ölbad sind oft zwei Haarwäschen nötig. Wer das Öl von Anfang an verdünnt, erleichtert sich diesen Schritt erheblich.
Eignet sich Rizinusöl für fettiges Haar?
Mit Vorsicht. Bei schnell fettender Kopfhaut beschränken Sie die Anwendung auf Längen und Spitzen, ohne den Ansatz zu massieren. Ein leichteres, formuliertes Haaröl ist meist besser geeignet.
Kann man Rizinusöl auf den Wimpern anwenden?
Ja, mit einem sauberen Bürstchen, sparsam und nie am Lidrand. Es macht die Wimpern geschmeidiger und lässt sie voller wirken. Kontaktlinsen vorher herausnehmen und bei Augenkontakt gründlich ausspülen.




