Koffein
Koffein ist ein Alkaloid aus der Familie der Methylxanthine, 1819 erstmals vom deutschen Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge aus Kaffeebohnen isoliert.
Natürlich kommt es in über sechzig Pflanzenarten vor: Kaffeestrauch, Teestrauch, Kakaobaum, Guaraná, Mate, Kolanuss. In der Pflanze dient es der Abwehr von Insekten.
Die INCI lautet schlicht Caffeine. Es liegt als weisses kristallines Pulver mit bitterem Geschmack vor, in kaltem Wasser mässig und in warmem deutlich besser löslich.
Herkunft: gewonnen oder synthetisch
Zwei Wege bestehen nebeneinander, und die INCI unterscheidet sie nicht.
Gewonnenes Koffein stammt meist aus dem Entkoffeinierungsverfahren von Kaffee oder Tee: Es ist dessen Koppelprodukt, aufgefangen und gereinigt.
Synthetisches Koffein wird chemisch aus Harnstoff hergestellt. Es ist mit dem vorigen chemisch identisch — dasselbe Molekül, ohne nachweisbaren Unterschied.
Daneben begegnet man Pflanzenextrakten, die es enthalten: Coffea Arabica Seed Extract, Paullinia Cupana Seed Extract (Guaraná), Camellia Sinensis Leaf Extract. Das ist kein reines Koffein, sondern komplexe Extrakte, deren Koffeingehalt schwankt und meist nicht angegeben wird.
Verhalten in der Formulierung
Koffein ist wasserlöslich und wird in der Wasserphase eingesetzt. Da seine Löslichkeit in der Kälte begrenzt ist, wird es in der Regel im warmen Wasser der Formulierung gelöst, bevor diese abkühlt.
Das ist der heikle Punkt: Beim Abkühlen oder während der Lagerung kann es rekristallisieren und sichtbare Kristalle oder ein körniges Gefühl erzeugen. Formulierungen mit höherer Konzentration setzen häufig ein Co-Lösungsmittel ein — Glycerin, Propandiol —, um das zu vermeiden.
Zudem färbt es leicht: In höherer Dosierung kann es die Zubereitung gelblich tönen.
Anwendung in der Kosmetik
Es wird vor allem in zwei Kategorien verwendet: in der Augenpflege und in gezielter Körperpflege, namentlich für die Beine.
Man findet es auch in mancher Haarpflege, besonders in Shampoos und Kopfhautlotionen, sowie in Gesichtspflege.
Übliche Konzentrationen liegen je nach Formulierung zwischen 0,5 und 3 %. Darüber hinaus werden die Löslichkeitsprobleme schwer beherrschbar.
Für die Eigenherstellung wird es in der Wasserphase mit Basiszutaten und Hydrolaten gelöst. Wie bei jeder wasserhaltigen Zubereitung ist ein Konservierungsmittel unerlässlich.
Eine zugängliche Alternative ist Kaffeesatz als Peelingkorn, mit einem Pflanzenöl vermischt. Die dabei tatsächlich übergehende Koffeinmenge ist allerdings sehr gering.
Anwendung in Lebensmitteln
Das ist die bekannteste Verwendung. Koffein steckt in Kaffee, Tee, Schokolade, Mate und Guaraná sowie in Energydrinks, denen es zugesetzt wird.
Die Gehalte schwanken stark: Ein Espresso enthält bei gleichem Volumen deutlich mehr als eine Tasse grüner Tee. Auch die individuelle Empfindlichkeit ist unterschiedlich, und dieselbe Menge wirkt nicht bei allen gleich.
Vorsichtsmassnahmen
Bei äusserlicher kosmetischer Anwendung wird Koffein gut vertragen, Reaktionen sind selten.
Bei innerlicher Anwendung stellt sich die Frage anders: Für den Koffeinkonsum bestehen Empfehlungen, insbesondere in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen sowie bei bestimmten Herzerkrankungen oder Schlafstörungen.
Diese Empfehlungen fallen in einen anderen Rahmen als die kosmetische Verwendung. Bei Fragen zum Konsum ist ärztlicher oder pharmazeutischer Rat einzuholen.
Als reines Pulver wird Koffein mit Vorsicht gehandhabt: Es ist ein konzentrierter Wirkstoff, mit einer Feinwaage abzuwiegen und ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.
Aufbewahrung
Als Pulver ist es sehr stabil und hält mehrere Jahre in dicht schliessendem Gefäss, vor Feuchtigkeit und Licht geschützt. In Lösung folgt es der Haltbarkeit der Zubereitung. Ein kristalliner Bodensatz im Fertigprodukt weist auf eine Rekristallisation hin, ohne dass das Produkt deswegen verdorben wäre.
Häufige Fragen
Woher stammt kosmetisches Koffein?
Meist aus dem Entkoffeinierungsverfahren von Kaffee oder Tee, als dessen Koppelprodukt. Es gibt es auch synthetisch, chemisch identisch.
Entspricht ein Kaffeeextrakt reinem Koffein?
Nein. Ein Extrakt ist ein komplexer Rohstoff, dessen Koffeingehalt schwankt und meist nicht angegeben wird.
Welche Konzentration in der Kosmetik?
Üblich sind 0,5 bis 3 %. Darüber hinaus werden Löslichkeitsprobleme schwer beherrschbar.
Warum bilden sich Kristalle in meinem Produkt?
Koffein rekristallisiert beim Abkühlen oder bei der Lagerung. Ein Löslichkeitsphänomen, kein Verderb.
Enthält Kaffeesatz genug Koffein?
Sehr wenig. Als Peelingkorn funktioniert er gut, doch die in ein Peeling übergehende Koffeinmenge ist gering.
Ist es unbedenklich?
Bei äusserlicher kosmetischer Anwendung wird es gut vertragen. Für die innerliche Anwendung bestehen Empfehlungen, namentlich in der Schwangerschaft — dann ist ärztlicher oder pharmazeutischer Rat einzuholen.
Produkte mit Koffein
Filter
Keine Produkte, die diesen Filterkriterien entsprechen.
Kostenlose Lieferung in der Schweiz
Ab CHF 79.--
100 % sichere Zahlung
Alle Ihre Daten sind geschützt
Kundenservice, der Ihnen zuhört
info@green-shop.ch
100 % biologisch oder natürlich
Alle unsere Produkte sind zertifiziert biologisch oder natürlich.

