Sonnenblumenöl

Kaltgepresstes Öl aus den Kernen von Helianthus annuus, leicht und neutral, erhältlich in klassischer und ölsäurereicher Variante.

Sonnenblumenöl wird aus den Kernen von Helianthus annuus gewonnen, einer einjährigen Pflanze aus Nordamerika, die heute grossflächig in der Ukraine, in Russland, in Argentinien und in ganz Europa angebaut wird, auch in der Schweiz. Es gehört zu den weltweit meistproduzierten Pflanzenölen — daher der moderate Preis.

Das kosmetische Öl entsteht durch Kaltpressung der geschälten Kerne und wird anschliessend filtriert. Unraffiniert ist es goldgelb mit dezentem Kerngeruch, raffiniert nahezu farblos und neutral.

Zwei Öle unter einem Namen

Das ist der entscheidende Punkt für die Wahl in der Formulierung.

Klassisches Sonnenblumenöl (INCI: Helianthus Annuus Seed Oil) wird von Linolsäure bestimmt, zu 60 bis 70 %. Diese starke Ungesättigtheit ergibt ein trockenes Hautgefühl und rasche Aufnahme, macht das Öl aber auch deutlich oxidationsanfällig.

Ölsäurereiches Sonnenblumenöl (oft Helianthus Annuus Hybrid Oil, teils als «high oleic» ausgewiesen) stammt aus gezüchteten Sorten, bei denen sich das Verhältnis umkehrt: 75 bis 85 % Ölsäure. Es ist deutlich lagerstabiler, bei etwas fetterem Hautgefühl.

Danach richtet sich die Wahl: das klassische für ein trockenes Finish in einem rasch aufgebrauchten Produkt, das ölsäurereiche, sobald Haltbarkeit gefragt ist.

Zusammensetzung und Textur

Über die Fettsäuren hinaus zeichnet sich Sonnenblumenöl durch seinen Tocopherolgehalt aus, einen der höchsten unter den gängigen Ölen. Aus ihm wird denn auch ein guter Teil des in der Kosmetik verwendeten Vitamin E gewonnen.

Die Textur ist in beiden Varianten leicht, das Finish wenig glänzend. Der fehlende Eigencharakter macht es — wie Mandelöl — zu einem unkomplizierten Basisöl, das sich mit anderen Pflanzenölen gut kombinieren lässt.

Anwendung in der Kosmetik

Es findet sich in Körperölen, in der Körperpflege, der Gesichtspflege und in Massageölen. Es dient auch als Trägeröl für ätherische Öle, wobei sich dafür die ölsäurereiche Variante besser eignet.

Ebenso ist es das übliche Lösungsmittel für Ölmazerate: Ringelblume, Arnika und Johanniskraut werden meist auf Sonnenblumenbasis angeboten.

In der Kaltverseifung bringt es Milde, aber wenig Härte und wenig Schaum. Über 20 % hinaus verlängert die klassische Variante die Reifezeit und beeinträchtigt die Haltbarkeit der Seife; die ölsäurereiche verträgt höhere Anteile. Für die Eigenherstellung lässt es sich mit Basiszutaten und Hydrolaten verarbeiten.

Anwendung in der Küche

Sonnenblumenöl in Lebensmittelqualität wird in der klassischen Variante kalt zum Anmachen verwendet, in der ölsäurereichen auch zum Braten, da diese Hitze besser verträgt. Kosmetische und Lebensmittelqualität unterliegen unterschiedlichen Produktionsanforderungen.

Aufbewahrung

Hier liegt die Schwäche der klassischen Variante: Der hohe Linolsäureanteil macht sie ranzigkeitsanfällig, mit sechs bis zwölf Monaten nach dem Öffnen. Die ölsäurereiche erreicht üblicherweise achtzehn bis vierundzwanzig Monate. In beiden Fällen gilt: lichtundurchlässige Flasche, vor Licht und Wärme geschützt.

Häufige Fragen

Woher stammt Sonnenblumenöl?
Aus den Kernen von Helianthus annuus, grossflächig angebaut in der Ukraine, in Russland, in Argentinien und in Europa, auch in der Schweiz.

Was unterscheidet klassisches von ölsäurereichem Sonnenblumenöl?
Das klassische ist reich an Linolsäure: trockenes Hautgefühl, aber rasche Oxidation. Das ölsäurereiche stammt aus gezüchteten Sorten und ist reich an Ölsäure: lagerstabiler, etwas fetter im Gefühl.

Welches soll ich wählen?
Das klassische für ein trockenes Finish in einem rasch aufgebrauchten Produkt, das ölsäurereiche, sobald Haltbarkeit zählt.

Warum ist es in Mazeraten so verbreitet?
Neutralität, Fliessfähigkeit und moderater Preis machen es zum üblichen Träger für Ringelblumen-, Arnika- und Johanniskrautmazerate.

Welcher Anteil in der Seifenherstellung?
Bei der klassischen Variante unter 20 % bleiben: darüber verlängert sich die Reifezeit und die Seife hält weniger lang. Die ölsäurereiche verträgt mehr.

Wie wird es aufbewahrt?
In lichtundurchlässiger Flasche, vor Licht und Wärme geschützt. Sechs bis zwölf Monate beim klassischen, achtzehn bis vierundzwanzig beim ölsäurereichen.

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