Henna
Henna stammt von den Blättern von Lawsonia inermis, einem Strauch aus der Familie der Weiderichgewächse, beheimatet in Nordafrika und im Nahen Osten. Angebaut wird er in Indien — Rajasthan ist grösster Produzent weltweit —, in Marokko, Ägypten, Pakistan und im Sudan.
Seine Verwendung als Färbemittel ist seit mehreren Jahrtausenden belegt. Die Blätter werden geerntet, getrocknet und zu einem grünen Pulver vermahlen, das seine Farbe erst bei der Anwendung entwickelt.
Lawson, das färbende Molekül
Der färbende Bestandteil ist Lawson, eine Naphthochinonverbindung im Blatt. Ihr Gehalt schwankt je nach Herkunft, Klima und Pflanzenteil zwischen 1 und 4 % — junge Blätter enthalten mehr davon.
Lawson bindet an Keratin, das Strukturprotein von Haar, Nagel und Hornschicht der Haut. Es handelt sich um eine auflagernde Färbung: Das Pigment lagert sich an der Faseroberfläche an, ohne deren innere Struktur zu verändern — anders als bei einer Oxidationsfärbung, die die Schuppenschicht öffnet.
Daraus folgt zweierlei. Erstens kann Henna nicht aufhellen: Es legt lediglich eine farbige Schicht über die bestehende Farbe. Zweitens hängt das Ergebnis vollständig von der Ausgangsbasis ab — dasselbe Henna ergibt auf hellem Haar ein lebhaftes Kupfer und auf dunklem einen dezenten Rotstich.
Reines Henna und Mischungen
Das ist der wichtigste Punkt — und derjenige, der die meisten Probleme verursacht.
Reines Henna enthält allein Lawsonia inermis. Seine Farbe reicht von Kupfer bis Rotbraun, niemals darüber hinaus.
Sogenanntes neutrales oder schwarzes Henna ist kein Henna. «Neutrales Henna» ist Cassia (Cassia obovata), eine andere Pflanze ohne nennenswerte Färbekraft. «Schwarzes Henna» ist meist eine Mischung aus Indigo (Indigofera tinctoria) und Henna oder aus anderen Färbepflanzen.
Mischungen verbinden Henna mit weiteren Pflanzen, um die Farbpalette zu erweitern. Ihre INCI nennt das, und genau darauf ist zu achten.
Die Gefahr des schwarzen Hennas
Dieser Abschnitt verdient besondere Aufmerksamkeit.
Manche als «schwarzes Henna» verkauften Zubereitungen, namentlich für temporäre Tattoos an Ferienorten, enthalten zugesetztes p-Phenylendiamin (PPD), das die Entwicklung beschleunigt und das Ergebnis abdunkelt.
PPD ist ein starkes Kontaktallergen. Seine Verwendung in Haarfarben ist streng geregelt, dort in geringer Konzentration und mit Ausspülen. Direkt und länger auf die Haut aufgetragen, wie bei einem temporären Tattoo, kann es schwere Hautreaktionen und eine dauerhafte Sensibilisierung auslösen, die sich später bei jedem erneuten Kontakt mit dieser Substanz zeigen kann.
Reines Henna färbt die Haut nie schwarz und braucht mehrere Stunden, bis sich ein oranger bis brauner Ton entwickelt. Eine Zubereitung, die rasch schwarz wird, ist zu meiden.
Bei einer Hautreaktion nach der Anwendung ist eine Ärztin oder ein Dermatologe aufzusuchen.
Anwendung
Henna wird hauptsächlich zur Haarfärbung verwendet, als Pulver, das mit heissem Wasser oder einem Aufguss angerührt, als Paste aufgetragen und mehrere Stunden einwirken gelassen wird.
Es kommt auch in manchen Haarpflegeprodukten vor, wo es der Faser Substanz verleiht.
Schliesslich dient es für traditionelle Hautmuster — Mehndi — in mehreren Kulturen Südasiens und des Nahen Ostens, wo es einen wichtigen zeremoniellen Platz einnimmt.
Vorsichtsmassnahmen
Henna ist eine dauerhafte Färbung, die sich nicht auswaschen lässt. Ein Test an einer Strähne wird vor der ersten vollständigen Anwendung dringend empfohlen: Da das Ergebnis von der Ausgangsbasis abhängt, ist es schwer vorherzusagen.
Eine Hennafärbung verträgt sich zudem schlecht mit einer späteren chemischen Färbung, da die Auflagerung die Oxidationsverfahren stört. Vor einer Abfolge beider ist eine Fachperson beizuziehen.
Allergische Reaktionen auf reines Henna sind selten, kommen aber vor. Ein vorheriger Hauttest wird empfohlen.
In der Schwangerschaft wird von Henna ohne vorgängige Beratung abgeraten. Im Zweifelsfall ist ärztlicher oder pharmazeutischer Rat einzuholen.
Aufbewahrung
Das Pulver hält ein bis zwei Jahre in dicht schliessendem Gefäss, vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt. Lawson baut sich mit der Zeit ab: Altes Pulver färbt schwächer. Die angerührte Paste wird am selben Tag verwendet.
Häufige Fragen
Kann Henna Haare aufhellen?
Nein. Es ist eine auflagernde Färbung: Das Pigment legt sich an die Oberfläche, ohne die bestehende Farbe zu verändern. Das Ergebnis hängt ganz von der Ausgangsbasis ab.
Was ist neutrales Henna?
Kein Henna, sondern Cassia (Cassia obovata), eine andere Pflanze ohne nennenswerte Färbekraft.
Gibt es schwarzes Henna?
Natürlicherweise nicht. Unter diesem Namen verkaufte Zubereitungen sind entweder Mischungen mit Indigo oder — problematischer — Produkte mit zugesetztem p-Phenylendiamin.
Warum wird von Tattoos mit schwarzem Henna abgeraten?
Sie enthalten oft PPD, ein starkes Kontaktallergen. Länger auf der Haut kann es schwere Reaktionen und eine dauerhafte Sensibilisierung auslösen.
Kann man nach Henna chemisch färben?
Das ist heikel: Die Auflagerung stört die Oxidationsverfahren. Eine Fachperson ist beizuziehen.
Wie lange hält das Pulver?
Ein bis zwei Jahre, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt. Lawson baut sich mit der Zeit ab, und das Pulver färbt schwächer.
Produkte mit Henna
Filter
Kostenlose Lieferung in der Schweiz
Ab CHF 79.--
100 % sichere Zahlung
Alle Ihre Daten sind geschützt
Kundenservice, der Ihnen zuhört
info@green-shop.ch
100 % biologisch oder natürlich
Alle unsere Produkte sind zertifiziert biologisch oder natürlich.









