Teebaumöl
Teebaumöl stammt vom Teebaum, Melaleuca alternifolia, einem Strauch aus der Familie der Myrtengewächse, der im Nordosten Australiens beheimatet ist, in New South Wales. Er wächst in sumpfigen Gebieten und wird heute in Plantagen für die Destillation angebaut; Australien bleibt mit Abstand grösster Produzent.
Der Name führt in die Irre: Die Pflanze hat nichts mit dem Teestrauch (Camellia sinensis) zu tun und liefert keinen Tee. Die Bezeichnung soll auf die Seeleute der Cook-Expedition zurückgehen, die beobachtet hätten, wie die einheimische Bevölkerung daraus Aufgüsse zubereitete.
Destilliert werden Blätter und Zweige mit Wasserdampf. Das Ergebnis ist ein dünnflüssiges, farbloses bis sehr hellgelbes Öl mit frischem, medizinischem und leicht erdigem Duft — eine sofort erkennbare Duftsignatur.
Eine Norm für die Zusammensetzung
Teebaumöl gehört zu den wenigen ätherischen Ölen, für die eine internationale Norm gilt, die ISO 4730. Sie legt die erwarteten Anteile der Hauptbestandteile fest, insbesondere zweier davon.
Terpinen-4-ol muss mindestens 30 % des Öls ausmachen. Es ist der Hauptbestandteil und der Qualitätsmarker.
1,8-Cineol muss unter 15 % bleiben. Ein hoher Cineolgehalt macht das Öl reizender — dieses Kriterium unterscheidet ein gut destilliertes von einem minderwertigen Öl.
Seriöse Lieferanten weisen diese Werte in ihren Datenblättern aus. Ein Öl ohne Angabe zur Zusammensetzung oder mit auffällig tiefem Preis verlangt Vorsicht.
Nicht zu verwechseln
Mehrere Melaleuca-Arten sind im Handel, und ihre Öle sind nicht austauschbar. Melaleuca alternifolia ist der Teebaum. Melaleuca quinquenervia liefert Niaouli, Melaleuca cajuputi das Cajeputöl. Drei Arten derselben Gattung, drei in Zusammensetzung und Duft verschiedene Öle.
Die INCI des Teebaumöls lautet Melaleuca Alternifolia Leaf Oil. Massgebend ist der Artname, nicht die Handelsbezeichnung.
Anwendung in der Kosmetik
Teebaumöl gehört zu den meistverwendeten ätherischen Ölen in der Formulierung. In einem Pflanzenöl verdünnt, findet es sich in gezielter Gesichtspflege, in der Haarpflege und in der Nagelpflege.
Ebenso begegnet es einem in Seifen, Deodorants und Badezusätzen, wo sein charakteristischer Duft zum Profil des Produkts gehört.
Für die Eigenherstellung lässt es sich mit Basiszutaten und Hydrolaten verarbeiten, unter Einhaltung der üblichen Verdünnungsraten.
Schliesslich ist es in Haushaltsreinigern verbreitet, besonders in Allzweckreinigern.
Vorsichtsmassnahmen
Ätherische Öle sind konzentrierte Erzeugnisse. Teebaumöl wird nicht pur auf die Haut aufgetragen und vor der Anwendung stets in einem Fett verdünnt.
Es enthält Limonen und Linalool, deklarationspflichtige Duftstoffallergene, die deshalb in INCI-Listen erscheinen. Das Öl oxidiert an Luft und Licht, und ein oxidiertes Öl reizt stärker als ein frisches — ein zusätzlicher Grund, auf die Lagerung zu achten.
Von der Anwendung ätherischer Öle bei Kleinkindern und in der Schwangerschaft wird ohne vorgängige Beratung abgeraten. Eingenommen werden darf es nicht. Teebaumöl ist zudem für Katzen und Hunde giftig: Produkte, die es enthalten, dürfen bei ihnen nicht angewendet und nicht in ihrer Reichweite aufbewahrt werden.
Bei laufender medizinischer Behandlung, allergischer Veranlagung oder im Zweifelsfall ist vor der Anwendung ärztlicher oder pharmazeutischer Rat einzuholen.
Aufbewahrung
Oxidationsempfindlicher als die meisten ätherischen Öle, wird es in gut verschlossener Braunglasflasche vor Licht und Wärme geschützt aufbewahrt. Nach dem Öffnen sind ein bis zwei Jahre zu veranschlagen. Ein scharf oder stechend gewordener Geruch zeigt ein oxidiertes Öl an, das zu verwerfen ist.
Häufige Fragen
Hat der Teebaum mit Tee zu tun?
Nein. Melaleuca alternifolia ist botanisch nicht mit dem Teestrauch verwandt. Der Name soll auf die Seeleute der Cook-Expedition zurückgehen.
Was ist die Norm ISO 4730?
Eine internationale Norm zur erwarteten Zusammensetzung des Öls: mindestens 30 % Terpinen-4-ol und weniger als 15 % 1,8-Cineol.
Warum ist der Cineolgehalt wichtig?
Ein hoher Cineolgehalt macht das Öl reizender. Daran unterscheidet sich ein gut destilliertes von einem minderwertigen Öl.
Was ist der Unterschied zu Niaouli und Cajeput?
Es sind drei Arten der Gattung Melaleuca: alternifolia für den Teebaum, quinquenervia für Niaouli, cajuputi für Cajeput. Ihre Öle unterscheiden sich in Zusammensetzung und Duft.
Darf man es pur auftragen?
Nein. Es wird vor der Anwendung stets in einem Pflanzenöl verdünnt.
Ist es für Tiere unbedenklich?
Nein. Teebaumöl ist für Katzen und Hunde giftig. Produkte damit dürfen bei ihnen nicht angewendet und nicht in ihrer Reichweite aufbewahrt werden.
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