Von der Apotheke in der Loire zur ältesten Bio-Getreidemühle Frankreichs
Die Geschichte von Favrichon beginnt 1890 in einem kleinen Dorf der Loire, Saint-Symphorien-de-Lay, am westlichen Hang der Monts du Beaujolais. Joseph Favrichon ist dort Apotheker. Als seine Tochter Louise schwer an der Lunge erkrankt und die Schulmedizin nicht hilft, wendet er sich alternativen Heilmethoden zu und entdeckt die Lehre eines bayerischen Abtes, Sebastian Kneipp, der eine naturnahe Ernährung auf Basis von Vollkorngetreide in Kombination mit Hydrotherapie empfiehlt. Überzeugt schliesst Joseph seine Apotheke und kauft eine alte Bäckerei — ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das einst den Grosseltern des Schriftstellers Bernard Pivot gehörte — um dort Getreidemehle nach den Kneipp-Rezepten herzustellen. 1895 wird er offizieller „Franchise-Partner" der Kneipp-Methode für Frankreich.
Die folgenden Jahrzehnte etablieren die Marke als Spezialistin für diätetische Getreideprodukte. 1912: Einführung der Babymehle. 1921: Joseph entwickelt ein Verfahren der Dampfvorgarung und Walzung, das die modernen Haferflocken hervorbringt, wie wir sie heute kennen — das Flockieren bleibt bis heute die grosse Spezialität Favrichons. Während beider Weltkriege erfindet das Unternehmen Getreide-Heissgetränke (das „Nationalkaffee" aus geröstetem Gerstenmalz, Feigen und Eicheln), um den Kaffeemangel zu kompensieren.
Die Bio-Wende kommt 1971, unter der Firma Favrichon & Vignon, die damals bereits knapp 80 Jahre Erfahrung hat. Sie gehört zu den ersten französischen Unternehmen überhaupt, die auf Bio umstellen, mit der ersten AB-Zertifizierung (Agriculture Biologique Française) 1974. Seit 2003 wird das Unternehmen von Brooks Wallin geleitet, und das Sortiment ist heute zu 100 % bio. Favrichon feiert 2025 ihr 135-jähriges Bestehen und produziert weiterhin am historischen Standort, mit rund fünfzig Mitarbeitenden.
Vollständige A-bis-Z-Kompetenz, 100 % bio und Ursprung Frankreich
Die grosse Besonderheit von Favrichon ist die vollständige Beherrschung der Getreideverarbeitung, vom Korn bis zum fertigen Beutel — eine in der Branche seltene Fähigkeit. Am Standort Saint-Symphorien-de-Lay reinigt, schält, mahlt, flockt und extrudiert die Marke das Getreide selbst. Diese integrierte Expertise garantiert vollständige Rückverfolgbarkeit und Qualität entlang der gesamten Kette.
Auf der Beschaffungsseite stammen alle Hauptgetreide (Hafer, Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel) aus französischem Anbau, möglichst nahe an den Werkstätten, im Rahmen langjähriger Partnerschaften mit Landwirten und Genossenschaften. Für entferntere Zutaten (Kakao, Vanille, Rohrzucker) setzt Favrichon auf Bio- und Fair-Trade-Lieferketten. Die Rezepturen sind frei von künstlichen Aromen, ohne Palmöl (Favrichon war Pionierin darin, dies aus Frühstückscerealien zu verbannen), und die als Ultra-Verarbeitungsmarker geltenden Getreidesirupe wurden seit mehreren Jahren entfernt.
Die Produktion ist Ecocert-zertifiziert (AB-Label), erfolgt nach den Normen ISO 9001 und HACCP, und rund zwanzig Referenzen tragen zusätzlich das Glutenfrei-Zertifikat AFDIAG. Seit 2015 bietet Favrichon sogar glutenfrei garantierten Hafer französischen Ursprungs an — eine Exklusivität, ermöglicht durch spezielle Anbaupraktiken und doppelte mechanisch-optische Sortierung, denn Hafer ist von Natur aus glutenfrei, wird aber in der konventionellen Kette oft durch andere Getreide kontaminiert.
Das Favrichon-Sortiment bei Green-Shop
Das Kernsortiment von Favrichon umfasst Bio-Frühstückscerealien: knusprige Müslis (Duo au chocolat, Himbeere-Schokolade, Leinsamen-Kürbis — Gewinner der Meilleurs Produits Bio 2016, Pépites & Flocons Cassis — Gewinner 2017), traditionelle Müslis mit Früchten oder Protein, extrudierte Cerealien sowie die berühmte Palette Haferflocken, die den historischen Ruf der Marke begründet.
Die Kinderlinie Crosti, 2013 lanciert, bietet 8 verspielte und bunte Rezepte (davon 4 glutenfrei): gepuffte oder gefüllte Cerealien mit Honig, Schokolade oder Haselnüssen, abgestimmt auf die Ernährungsbedürfnisse der Kleinen. Bei den Heissgetränken führt Favrichon ein jahrhundertealtes Know-how fort mit ihrer Bio-Zichorie (100 % geröstete Zichorie, bio seit 1973, koffeinfrei, natürlich reich an Inulin), erhältlich als Instant-Zichorie, Zichorie-Kaffee, Zichorie-Hafer und Filter-Zichorie. Entdecken Sie auch unsere Pflanzendrinks als Müsli-Begleiter und das gesamte Markenangebot auf unserer Markenseite.
FAQ: Ihre Fragen zu Favrichon
Wo werden die Favrichon-Produkte hergestellt? Alle Favrichon-Produkte werden in Frankreich am historischen Standort Saint-Symphorien-de-Lay in der Loire seit 1890 hergestellt. Das Unternehmen beherrscht alle Verarbeitungsschritte — Reinigung, Schälen, Mahlen, Flockierung, Extrusion und Verpackung — an einem einzigen Standort, was in der Getreidebranche selten ist. Die Getreide (Hafer, Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel) werden in Frankreich von Partner-Landwirten und -Genossenschaften angebaut.
Seit wann ist Favrichon bio? Favrichon & Vignon stellte 1971 auf Bio um, lange bevor Bio zum Trend wurde, und erhielt 1974 ihre erste AB-Zertifizierung (Agriculture Biologique Française). Das Unternehmen gehört damit zu den Bio-Pionierinnen Frankreichs. Heute ist das gesamte Favrichon-Sortiment 100 % bio und Ecocert-zertifiziert, und der glutenfrei garantierte Hafer französischer Herkunft ist seit 2015 verfügbar.