Demeter, älter als jede Bio-Verordnung
Das Label Demeter wurde 1928 als Warenzeichen eingetragen – mehr als ein halbes Jahrhundert vor den ersten staatlichen Regelungen zum biologischen Landbau. Sein Name geht auf Demeter zurück, die griechische Göttin der Ernte und der Fruchtbarkeit, und seine Grundlage bilden die acht Vorträge, die Rudolf Steiner 1924 unter dem Titel «Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft» hielt. Aus ihnen entstand die biodynamische Landwirtschaft, für die Demeter das Zertifizierungszeichen ist.
Getragen wird das Label heute von der Biodynamischen Föderation Demeter International, die nationale Verbände in rund fünfzig Ländern zusammenführt. In der Schweiz, wo die Geschichte des Labels 1930 begann, wirtschaften über 400 Betriebe nach Demeter.
Was die Biodynamik über Bio hinaus verlangt
Ein Demeter-Produkt erfüllt zunächst sämtliche Bio-Vorschriften des Erzeugerlandes. Hinzu kommen eigene Anforderungen.
- Der Hof als Organismus: Ackerbau und Tierhaltung werden zusammen gedacht, mit dem Ziel eines Betriebs, der seine Fruchtbarkeit weitgehend selbst erzeugt. Wiederkäuer müssen überwiegend hofeigenes Futter erhalten.
- Die biodynamischen Präparate: Zubereitungen aus Pflanzen, Mineralien und Kuhdung, in sehr geringen Mengen auf Böden und Komposte ausgebracht. Ihr Einsatz ist verpflichtend und bildet die Signatur der Richtlinie.
- Der Aussaatkalender: Die Feldarbeiten werden nach Mond- und Planetenrhythmen geplant, einem aus der Anthroposophie stammenden Ansatz folgend.
- Die Verarbeitung: deutlich restriktiver als bei EU-Bio. Die Liste zugelassener Zusatzstoffe ist sehr kurz, und einzelne Verfahren – Mikrowelle, verdickendes Milchpulver, synthetische Backtriebmittel – sind ausgeschlossen.
- Tierhaltung: Das Enthornen von Rindern ist untersagt – eine Regel, die weder EU-Bio noch die Knospe kennen.
Demeter und Knospe in der Schweiz
Nützlich zu wissen, wenn Sie Etiketten vergleichen: In der Schweiz muss ein Demeter-Produzent zusätzlich die Bio Suisse Richtlinien einhalten. Beide Logos stehen deshalb häufig auf derselben Verpackung, und Demeter tritt zur Knospe hinzu, statt sie zu ersetzen. Bei importierten Produkten bilden die Bio-Regeln des Herkunftslandes die Basis – meist das EU-Bio-Logo.
Die 84 Demeter-Produkte auf Green-Shop.ch
- Vanadis: Teigwaren und Mehle aus Dinkel, Getreide im Grossformat (Hafer, Hirse), Senf und Mayonnaise.
- Naturata: Rohrzucker, Getreide- und Dinkelkaffee als Nachfüllpackung, Würzsaucen (Aioli, Dijonsenf).
- Pural: Zwieback und Knäckebrot aus Dinkel und Roggen, Harissa.
- Rapunzel: Polenta, Sesamsaat, Gomasio.
- NaturKraftWerke: Sorghum, gemahlene Braunhirse, Kichererbsenmehl.
- Biotta und De Rit: Säfte und Gemüsekonserven.
- Les Jardins de Gaïa: Tees und Kräutertees.
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